Superfood

Immer häufiger bekommt man gesagt, man solle mehr „Superfood“ essen, um seine Gesundheit und Fitness zu fördern. Bei dem Stichwort „Superfood“ stehen dann vor allem Chia Samen, Superalgen oder z.B. rote Beete ganz hoch im Kurs. Es finden sich immer mehr Produkte, deren Verpackung die Aufschrift „Superfood“ ziert. Doch nur wenige wissen was Superfood überhaupt und warum es so gesund ist bzw. was es so „super“ macht.

Was ist Superfood?

Superfood ist eher ein Modewort, da eine offizielle Definition des Begriffs gar nicht existiert. Doch die Idee dahinter ist simpel und eigentlich selbsterklärend. Es bezeichnet überaus nährstoffreiche Lebensmittel, die auf unterschiedlichen Ebenen überdurchschnittlich gesundheitsfördernd sein sollen.

Ein Musterbeispiel bieten die Heidelbeeren. Das wissenschaftliche Interesse an ihren gesundheitlichen Eigenschaften war immer sehr groß. Untersuchungen ergaben, dass Heidelbeeren sehr reich an Antioxidantien sind. Vor allem an „Anthocyanen“, welche z.B. das Wachstum krebsartiger Dickdarmzellen hemmen, oder sie sogar abtöten sollen. Zusätzlich wirkten sich die Antioxidantien positiv auf Gehirnzellen aus. So konnte altersbedingter Gedächtnisschwund bei Ratten vorgebeugt und sogar umgekehrt werden.


Was macht es so gesund?

Gerade die vermeintlich krankheitsvorbeugenden Effekte räumen dem Superfood in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit ein. Antioxidantien sind dabei das Aushängeschild des Superfoods. Krankheiten entstehen in direkter Verbindung mit übermäßig oxidativen Stress, welcher durch freie Radikale verursacht wird. Freie Radikale wiederrum stammen z.B. aus Zigarettenrauch, Alkohol oder entstehen auf natürliche Weise durch unseren Stoffwechsel. Sie verursachen Zellschäden und können altersbedingte Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen auslösen. Antioxidantien schützen den Körper eben vor diesen freien Radikalen. Darüber hinaus soll Superfood entzündungshemmend und aktivierend auf die Ausleitungs- und Entgiftungsorgane wirken.

 

Bedauerlicherweise erfährt der Begriff Superfood häufig kommerziellen Missbrauch. Nur vollwertige ganzheitliche Lebensmittel sind als Superfood zu bezeichnen. Dabei ist zu beachten, dass es aus biologischem Anbau oder Wildwuchs stammt. Viele fertige Produkte werben mit der Aufschrift „Superfood“, z.B. Müslis oder Riegel. Bei diesen ist aber davon auszugehen, dass nur geringe Mengen des besagten Superfoods beigemischt wurden, welche den Effekten eines ganzheitlichen Superfoods nicht nahe kommen können.

Viel Wirbel um nichts?

Trotz aller nachgesagten positiven Eigenschaften, findet das Superfood nicht in allen Kreisen hohe Anerkennung. Viele Menschen und auch Fachleute äußern ihre Skepsis gegenüber dem Superfood. Das Hauptargument liefern die positiven Studien selbst. Diese werden nämlich an Versuchstieren oder an isolierten Kulturen menschlicher Körperzellen durchgeführt (in-vitro-Experiment). Dadurch lässt sich zwar eine Vorstellung der Gesundheitseigenschaften von Superfood erlangen, es stellt sich jedoch die Frage, inwiefern sich die positivenEffekte in der Realität äußern. Es besteht nämlich keine Garantie, dass beim Menschen nach dem Verzehr dieselben Effekte hervorgerufen werden.

 

Das heißt aber nicht, dass Superfood nur heiße Luft ist. Es empfiehlt sich lediglich nicht, die Ernährung auf ausschließlichen Konsum von Superfood umzustellen, welches dann sehr teuer sein kann, nicht überall zu finden ist und eine relativ kleine Angebotspalette bietet. Eher sollte der Verzehr von Superfood zusätzlich in die „klassisch“ ausgewogene Ernährung integriert werden. Eine vielfältige Ernährung ist der Schlüssel zur Sicherstellung einer ausgewogenen Nährstoffbilanz und nicht unbedingt der Fokus auf eine Handvoll Superfoods. Dennoch kann das ein oder andere Superfood auf dem Speiseplan die Bilanz zusätzlich begünstigen.