Der grüne Smoothie

Grüne Smoothies sind aktuell der Ernährungstrend schlechthin. Viele Menschen, darunter auch Sportler und Prominente, schwören auf den grünen Powerdrink, für einen gesunden Lifestyle. Das kommt auch nicht von ungefähr und hat seine guten Gründe.


 

Der grüne Smoothie besteht aus Pflanzengrün und Früchten, vermischt mit Wasser. Bei der Herstellung werden meist Früchte und Pflanzen vollständig verwertet. Dabei geben Zutaten wie Spinat, Grünkohl, Avocado oder Gurke dem Smoothie die markante grüne Farbe.

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Man könnte den Smoothie auch als Rohkost im Glas bezeichnen. Früchte und Pflanzengrün sind reich an Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen, sogenannten Mikronährstoffen. Diese Mikronährstoffe sind essentiell für den Stoffwechsel innerhalb unserer Zellen. Eine Zubereitung der Früchte und des Pflanzengrüns durch Erhitzen bzw. kochen würde diese Mikronährstoffe in hohem Maße zerstören. Das Zerkleinern im Mixer hat hingegen keine derartig negativen Auswirkungen auf den Nährstoffgehalt der Zutaten. Darüber hinaus beinhaltet der grüne Smoothie durch die vielen pflanzlichen Inhalte das Farbpigment Chlorophyll. Chlorophyll gibt den Pflanzen ihre grüne Farbe und ermöglicht ihnen die Photosynthese. Es soll aber auch den menschlichen Organismus gesundheitlich begünstigen. So soll es uns beim Aufbau neuer Blutzellen unterstützen, uns von Krebserregenden Substanzen befreien und außerdem unsere Regeneration und Wundheilung fördern. Das liegt zum einen daran, dass Chlorophyll unserem eisenhaltigen roten Blutfarbstoff Hämoglobin sehr ähnlich ist. Hämoglobin ermöglicht uns den Sauerstofftransport im Blut, indem das Sauerstoffmolekül an das Eisenmolekül im Hämoglobin gebunden wird. Die chemischen Strukturen von Chlorophyll und Hämoglobin sind nahezu identisch, nur dass sich im Chlorophyll ein Magnesiummolekül befindet.

Doch der hohe Nährstoffgehalt macht den grünen Smoothie keineswegs zu einer vollen Mahlzeit. Die Mikronährstoffe sind „essentielle Cofaktoren zur Aufrechterhaltung von Stoffwechsel-funktionen, die aber selbst keine Energie liefern.“ (European Food Information Council) Was uns im grünen Smoothie in zu geringem Maße vorhanden ist, sind die Brennstoffe, die der Körper zur Energiegewinnung benötigt. Das sind Kohlenhydrate, Proteine und Fette, sogenannte Makronährstoffe. Deshalb stellt ein grüner Smoothie allein keine vollwertige Mahlzeit dar, auch nicht in großen Mengen.

Nichts desto trotz bietet der grüne Smoothie eine hervorragende Alternative zum herkömmlichen Verzehr von Früchten und Gemüse. Die altbekannte Regel der Ernährungsempfehlung lautet „nimm 5 am Tag“ (Die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung). Das heißt, man soll jeweils 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag zu sich nehmen. Für viele Menschen scheitert dies am Volumen der empfohlenen Menge, die sie sich täglich zuführen sollen. Fünf Portionen Obst und Gemüse als Ganzes sind schlichtweg viel und kosten viel Zeit in der herkömmlichen Zubereitung und im Verzehr. Genau das macht den Smoothie so erfolgreich und beliebt: die Effizienz. Es braucht nichts weiter als die Zutaten, so wie sie sind, in den Mixer zu schmeißen, kurz zu warten und anschließend die komprimierte Form als Flüssigkeit zu genießen.

Es gäbe prinzipiell aber noch eine schnellere Form des Konsums – der Griff nach dem Fertigsmoothie im Supermarkt. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Meistens sind die Zutatenlisten nicht sehr transparent. Es ist fraglich ob Hersteller von Smoothies ohne Konservierungsstoffe und ähnlichem auskommen, da erfahrungsgemäß ein frischer grüner Smoothie nach wenigen Stunden bereits in Farbe und Geschmack Einbußen in Kauf nehmen muss. Darüber hinaus wäre es wichtig beim Kauf darauf zu achten, ob der Drink pasteurisiert wurde. Ist das der Fall, würde uns das auf die negative Auswirkung des Erhitzens auf den Nährstoffgehalt zurückwerfen. Ganze Früchte sind in Fertig-Smoothies in der Regel nicht zu finden, da in der Herstellung Fruchtkonzentrat verwendet wird, wodurch die Fertig-Drinks sehr zuckerhaltig sind.

Den wirklich „gesunden“ Smoothie bekommt man doch eher zuhause, als im Supermarkt.